der tod ist ein meister aus deutschland
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karotte in die nase
aber nur ins linke loch
das rechte wird benötigt
dort gehn die tauben ein und aus

kriech mal unters bett
die tauben brauchen ruhe
sie schlafen gerne viel
auch wenn die sonne scheint
6.1.08 06:17


das unglück (=nicht-deutsche) muss zurückgeschlagen werden!

der gemeine deutsche kann wieder aufatmen.

war bis vor kurzem noch die befürchtung groß, dass unsere schöne deutsche kultur von amerikanischen fremdkörpern verunreinigt werde, dass uns von außen ein künstliches gezücht aufgepfropft werde, kommt "web.de" nun nach analyse der aktuellen album-charts zu dem erfreulichen ergebnis, dass "sich wie in den single-charts ein deutlicher trend zu deutschen künstlern ab[zeichnet]". denn "in beiden top-ten-listen finden sich nun immerhin fünf nationale titel".

das ist doch, obschon sich so mancher otto-normalvergaser sicherlich eine effektivere und altbewährte methode zur reinigung der deutschen scholle herbeisehnt, schonmal ein anfang. 

 

dass deutsche musik, die ausspricht was viele denken, wieder gut "unters Volk [zu] bringen" (motor.de-Rezension) ist, beweist auch die frankfurter crew "WARheit" mit ihrem neuen album "betonklassik", welches "ein Streetrap-Meisterwerk geworden [ist], auf dem von Anfang bis zum Ende Klartext gesprochen wird" (amazon.de-redaktion), und daher vor kurzem auf platz 47 der albumcharts zu finden war und beim majorlabel universal erschien. Laut motor.de sticht hier vor allem die neue single "hölle auf erden" heraus: 

"George Bush, nur ein Handlanger der Lobby-Gruppen - und wenn sie pfeifen, dann mobilisiert er seine Truppen./ Der 11. September, nur ein Mittel zum Zweck - über dreitausend Tote für ein dreckiges Geschäft./ Amerika, Land der unbegrenzten Möglichkeiten - opfert seine Menschen, um Feinde zu beseitigen!" (wahrheit)

hatten wir es doch schon geahnt. die jüdische lobby steckt also hinter der antisemitischen massenvernichtung vom 11. september! aber im "krieg gegen den islam" (WARheit) ist dem "teufel [..] in einem haus, das weiß ist" (WARheit) ja jedes mittel recht. schließlich geht es um öl.

und was hier wirklich hinter den kulissen abgeht, fassen die konformistischen rebellen im refrain sehr gut zusammen: "George Bush spielt Hitler". denn das revisionistische herz schlägt höher, wird der nazi im ausland entdeckt und so der holocaust zu einem alltäglichen, weltweiten ereignis.

Oder um es mit den worten des rezensenten von motor.de zu sagen: "es braucht immer einen mutigen, der die wahrheit ausspricht"

 


 

11.7.07 10:29


de-globalisierung durch bewussten konsum?

zu der "globalisierungskritik" von solch unsäglichen gruppen wie attac wurde in der vergangenheit ja schon viel aufhellendes geschrieben, doch leider von den wenigsten verstanden, würde sie doch das liebgewordene weltbild zusammenbrechen lassen, wo alles ganz einfach in die schubladen "gut" und "böse" einzuordnen ist, wo "das volk" von "den bonzen" oder "den imperialisten" unterdrückt wird

Und da sich diese verkürzten und - alle schuld auf außenstehendes abstraktes projizierende - erklärungsansätze heutzutage besonders bei der aktionistischen front der studiengebührengegnerInnen ernormer beliebtheit erfreut, wurde diese am 01.11.2006 in marburg von einem besonders hübschen exemplar dieser aufgeklärten menschen besucht, um einen vortrag zum thema "von strippenziehern, christiansen und drehtüren. wie neoliberale eliten die öffentlichkeit und politische prozesse steuern" darzubieten. von bösen "strippenziehern" und organisationen, die im hintergrund die fäden ziehen hatte man ja in der vergangenheit, besonders zwischen '33 und '45, schon viel gehört. aber ob auch dieses mal das weltjudentum direkt für alle misere verantwortlich gemacht würde war zu bezweifeln. es kamen vielmehr andere antisemitische auswüchse zum tragen, welche eher unterbewusst greifen und daher nicht minder eine gefahr darstellen (z.B. schaffendes vs. raffendes Kapital, anti-amerikanismus, schimpfen auf "neoliberale eliten" und "transnationale konzerne", beschwörung eines kollektivs, etc.).

in diesem zusammenhang sehr erquicklich ist es auch, sich die homepage des referenten zur gemüte zu führen, wird dort doch leicht veständlich erklärt, was eigentlich globalisierung ist und wer daran schuld trägt:
da sind z.B. die "nur auf egoistisches eigeninteresse orientiert[en]" yankees, die "große schuld" haben oder die IWF und WTO, die nicht nur eine "große schuld" sondern sogar eine "große MITschuld" haben, da sie die neoliberale politik international durchsetzen. dies alles ist aber noch garnichts im vergleich zu den raffgierigen "transnationalen konzernen", deren maxime folgerndermaßen aussieht: "[...] wirtschaftliche Macht [mißbrauchen] um die Politik zu manipulieren [...]= sehr großes Schuld".

doch zum glück wird einem zum abschluss direkt noch eine praktikable handlungsanweisung mit auf den weg gegeben um "ungerechtigkeit und umweltzersörung" zu bekämpfen, nämlich "im bioladen einkaufen und [...] transfair schoko essen" oder "nach demos teilnehmen"

also dann liebe leute, ab jetzt nur noch bewusst einkaufen und schon haben wir dem raffenden neoliberalismus (bzw. finanzjudentum) ein schnippchen geschlagen.



11.11.06 19:38


antiimperialisten unter sich

nachfolgend die gesellschaftsanalyse eines großen antiimperialistischen vorbilds, nach dessen muster auch heute noch ein großteil der linken szene argumentiert. somit hat sie also nichts an brisanz verloren, weswegen sie hier nochmal zur schau gestellt wird:

"In eben dem Maße, in dem die Wirtschaft zur bestimmenden Herrin des Staates aufstieg, wurde das Geld der Gott, dem alles zu dienen und vor dem sich jeder zu beugen hatte. [...] Eine schwere wirtschaftliche Verfallserscheinung war das […] allmähliche Übergehen der gesamten Wirtschaft in das Eigentum von Aktiengesellschaften. Damit erst war die Arbeit so recht zum Spekulationsobjekt gewissenloser Schacherer herabgesunken; die Entfremdung des Besitzes gegenüber dem Arbeitnehmer aber wurde ins Unendliche gesteigert. Die Börse begann zu triumphieren und schickte sich an, langsam, aber sicher das Leben der Nation in ihre Obhut und Kontrolle zu nehmen. Die Internationalisierung der deutschen Wirtschaft war schon [...] über den Umweg der Aktie in die Wege geleitet worden. Freilich versuchte ein Teil der deutschen Industrie, sich noch mit Entschiedenheit vor diesem Schicksale zu bewahren. Sie fiel schließlich aber auch dem vereinigten Angriff des gierigen Finanzkapitals [...] zum Opfer.

[...]

Zerbrechen der nationalen Wirtschaft zur Aufrichtung der Herrschaft des internationalen Kapitals - ein Ziel, das dank der Dummheit und Gutgläubigkeit der einen Seite und der bodenlosen Feigheit der anderen ja auch erreicht ist.

[...]

Diese Entwicklung aber schien nicht nur anzuhalten, sondern sollte dereinst (nach allgemeiner Empfehlung) die ganze Welt zu einem einzigen großen Warenhaus ummodeln, in dessen Vorhallen dann die Büsten der geriebensten Schieber und harmlosesten Verwaltungsbeamten der Unsterblichkeit aufgespeichert würden."

----------------------------------------------------

wer hat diese wahren und glasklaren worte denn nun niedergeschrieben? welchem großen linken revolutionsführer gilt es ab jetzt zu huldigen? war es oskar lafontaine, hugo chavez, stalin oder gar fidel castro? nein, alles falsch. denn obgleich genau dieser wortlaut von einer jeder dieser personen hätte stammen können und auch heute gerne in so manchem linken pamphlet auftaucht, sind es originalzitate aus der schrift "hitler, a.: mein kampf".

6.11.06 16:00


oh du schöner schwarzwald

was es doch für schöne ausflugsziel im geliebten schwarzwald gibt, zeigen uns z.B. diese seiten:

Der gute alte Nazihof
Nazihof Kapelle erstrahlt in neuem Glanze

desweiteren gibt es in dieser gegend so schöne bushaltestellen wir diese:

Ei der daus, ein Nazihäusle

Das man da nicht mal über eine Namensänderung nachgedacht hat? naja, die schwarzwälder sind wohl doch ein bisschen stolz auf ihre vergangenheit...
4.11.06 10:05


polemik und kritik

interessant ist die tatsache, dass man von unliebsamen zeitgenossen immer wieder zwei sich gegenseitig widersprechende kritiken an den kopf geworfen bekommt:

zum einen wäre da der vorwurf der polemik. man habe ja eigentlich gar keine argumente und keine ausgearbeitete theorie und versuche diesen umstand nun durch die nutzung von polemiken und eingestreuten zitaten zu vertuschen.

witzigerweise folgt aber auf schriftlich festgehaltenen theoretischen analysen, welche die polemiken untermauern sollen, ein erneuter vorwurf. und zwar, dass man sich durch umständliche formulierungen und fremdwörter elitär abgrenzen würde. dass man zu verkopft und theoretisch wäre, oder gar arrogant.

ressentimentbeladenen menschen kann man es nur sehr schwer recht machen, wenn sie sich einmal ein feindbild herausgesucht haben.

zur untermauerung einerseits der polemik und andererseits der verkopften theorie, habe ich zwei interessante zitate gefunden, welche nun abschließend angeführt werden sollen:


Joachim Bruhn über Polemik:

Die Kritik betreibt die Darstellung der inneren Widersprüche und des äußeren Widersinns des Kapitalverhältnisses. Die Polemik ist die einzig angemessene Darstellungsform der Kritik. Sie tut zunächst etwas, was sachlich nicht begründet scheint, weil sie kontrafaktisch die Ergebnisse des gesellschaftlichen Prozesses den Individuen als Ausdruck ihres eigenen Willens zuordnet. Sie argumentiert ad hominem. Sie packt die Verhältnisse an ihrer Wurzel, die nach Marx die Menschen selber sind. Das ist natürlich eine Unterstellung, aber eine Art therapeutische Unterstellung. Es ist der Versuch, die Aufklärung auch dort voranzubringen, wo sich gegen sie abgesondert wird. Also gerade bei der vulgären Linken.

Zum Kapital kann man sich nur polemisch verhalten, da das Kapital ein Verhältnis von Herrschaft und Ausbeutung ist. Es ist jedoch so, dass die Herrschaft des Menschen über den Menschen schon rein begrifflich ein Widerspruch ist. Wie soll denn der Mensch sich selbst beherrschen? Wer soll ihm dieses Kunststück abverlangen? Es ist ein Gebot der praktischen und theoretischen Vernunft, dass dies nicht sein soll. Das Kapital ist also eine Widervernunft in der Gesellschaft. Demnach ist ein polemisches Verhalten dem Kapital gegenüber das einzig sachlich angemessene. Sich nicht polemisch zu verhalten, verfehlt die Sache und rationalisiert, das Ganze.


Roger Behrens über komplizierte Sprache:

Diese Sprache verlangt bewusst die Anstrengung der LeserInnen. Die aufgezeigten Widersprüche lassen sich nämlich nicht durch griffige Phrasen erfassen. Die Sprache der Kritischen Theorie appeliert ganz bewusst an die Anstrengung des Denkens und möchte sich so gegen sprachliche Konventionen richten, weil Sprache immer mehr zur Reklamesprache werde.
Letztendlich können aus der Unverständlichkeit Fragen entstehen, welche zum eigenständigen Denken und Verstehen mehr beitragen als einfache Texte.

 

quellen:

roger behrend: kritische theorie (hamburg 2002)

joachim bruhn im interview mit der zeitschrift T-34, Juni 2003
14.3.07 13:18


Nachtrag: Warum Polemik und Denunziation?

Nachtrag zum vorhergehenden Artikel.

 

Manfred Dahlmann zu "Identifikation und Gegenidentifikation" (Hervorhebungen von mir)

 

Die bevorzugten Mittel der Kritik ergeben sich eigentlich von selbst; es sind, frei nach Marx, die Polemik und die Denunziation; konstruktiv kann diese Kritik von vornherein nicht sein. Gegen die Identifikation des Individuums mit dem Verkehrten: also mit Staat, Nation, Volk, Klasse, Partei, Eigentum etc. hilft nur der Aufbau von Gegenidentifikation, um das Subjekt in die Krise zu stoßen, die Voraussetzung ist, von diesen Identifikationen abzulassen. Die Gefahr, dass die Gegenidentifikation zur neuen positiven Identifikation gerinnt, ist gering. Denn der Kritiker verliert sofort seinen Status als Kritiker, wenn er sich gegen eine solche, über die Gegenidentifikation erneuerte Identifikation nicht sofort verwahren würde.

Und natürlich darf und muß die Gegenidentifikation symbolhaft verkürzen. Wenn die Parole "Bush, the man of peace", als stets wiedergekäuter Beleg für die angebliche Verkommenheit der "Antideutschen" in einem Buch wie dem Hanloserschen auftaucht, dann hat diese Parole ihre Probe aufs Exempel bestanden. Wie auch die offensive Identifikation mit der Flagge Israels auf antizionistisch geprägten Demonstrationen diese Probe hervorragend bestanden hat.

Wobei an dieser Stelle eine wichtige Klarstellung zu treffen ist: Es geht nicht um Gegenidentifikation an sich, nicht um Provokation um der Provokation willen, sondern um vernünftig begründbare Parteinahmen gegen den herrschenden (oder allseits ersehnten) Konsens, das heißt um eine politische Intervention, die zur Selbstreflexion zwingt. Dies allerdings gelingt, wenn überhaupt (1), nur dann, wenn der Kritiker seine Argumentation vollständig auf der Basis der Gegenidentifikation begründet. Er muß für sie mit seiner gesamten Person Partei nehmen, das heißt, er darf sich nicht taktisch verhalten. Denn nur so kann der "produktive Grund" (der Identifikation und Gegenidentifikation zugleich konstituiert) vor das Bewusstsein gelangen und, als der gesellschaftlich verkehrte, kritisiert werden. Natürlich gibt es keine allgemeinen Regeln für die politische Intervention, die dem Begriff der materialistischen Kritik gerecht werden könnten. Vieles hängt unter anderem auch vom Temperament des Kritikers ab. Da gilt es allerdings diejenigen hervorzuheben, die es sich tatsächlich antun, stellvertretend für die anderen, den ganzen Haß der in ihren Identifikationen Frustrierten auf sich zu ziehen. Um dann als "Obergurus" einer politischen Sekte denunziert zu werden. Man kann ihnen dafür nur alle Hochachtung zollen.

(1) Natürlich provoziert Gegenidentifikation statt Selbstreflexion zumeist eine rigide Abwehrhaltung, die kaum zu überbrücken ist. Dies ist in Kauf zu nehmen, zumal damit zumindest das Ziel erreicht wird, den falschen Konsens durch die tatsächliche Differenz ersetzen und letztere (siehe oben) deutlich machen zu können.

Quelle: Bahamas 47/2005 & 48/2005
19.3.07 00:38





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